Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Gesundheitsbezogenes Qualitätsmanagement

Die Unterscheidung zwischen Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle ist nicht immer eindeutig. Qualitätsmanagement wird hier als Oberbegriff verwendet, welcher auch Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle einschließt.

Qualitätsmanagement (QM) bezeichnet organisierte Maßnahmen, die der Verbesserung von Produkten, Projekten, Prozessen, Leistungen oder Einrichtungen jeglicher Art dienen. Hierzu gehören systematische Beobachtung und Evaluation unterschiedlicher Teilaspekte mit dem Ziel einer Maximierung der Wahrscheinlichkeit, gewählte Qualitätsstandards einzuhalten.

Qualitätsmanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. In verschiedenen Branchen wie Luft- und Raumfahrt, Lebensmittelherstellung, Medizintechnik und teilweise in der Gesundheitsversorgung ist Qualitätsmanagementsystem gesetzlich vorgeschrieben.

Zwei QM-Prinzipien lauten: "Fit for purpose" ("gebrauchstauglich", "zweckdienlich") - das Produkt (usw.) sollte für den beabsichtigten Zweck geeignet sein; und "Right first time" ("auf Anhieb gelungen") - Fehler sollten vermieden werden.

externer Link http://en.wikipedia.org/wiki/Quality_management
externer Link http://en.wikipedia.org/wiki/Quality_assurance
externer Link http://en.wikipedia.org/wiki/Quality_control
externer Link http://de.wikipedia.org/wiki/Qualit%C3%A4tsmanagement
externer Link www.aezq.de/aezq/kompendium_q-m-a/2-definitionen-und-konzepte-des-qualitaetsmanagements

Qualitätssicherung: Ein System bestehend aus Verfahrensschritten, Prüfungen und Abhilfemaßnahmen mit dem Ziel, dass Forschung, Tests, Beobachtung, Stichprobenziehung, Analyse und andere technische und berichterstattende Aktivitäten die höchste erreichbare Qualität aufweisen.

Qualitätskontrolle: Die Aufsicht und Kontrolle aller Komponenten eines Prozesses, meist verbunden mit Stichprobenziehung und Überprüfung, um systematische oder erhöhte zufällige Qualitätsmängel zu entdecken und zu beheben.

Last, J.M. et al. (ed.) (2001): A dictionary of epidemiology, 4th ed. Sponsored by IEA. Oxford University Press, p. 147

Versorgungsqualität: Die Leistungshöhe von gegebener Gesundheitsversorgung. Letzendlich hängen Maße der Versorgungsqualität immer von Wertsetzungen ab, jedoch lassen sich Komponenten von, und Einflussgrößen für, Qualität objektiv messen. Donabedian hat diese Maße eingeteilt in Strukturmaße (z.B. Personalkapazität, Einrichtungen), Prozessmaße (z. B. Diagnose- und Therapieverfahren) sowie Erfolgsmaße (z.B. spezifische Sterberaten, Patientenzufriedenheit).

Last, J.M. et al. (ed.) (2001): A dictionary of epidemiology, 4th ed. Sponsored by IEA. Oxford University Press, p. 147-8
Donabedian A, Evaluating the quality of medical care. Milbank Mem Fund Q. (1966), 44, 166-206
WHO Regional Office for Europe. Measuring hospital performance to improve the quality of care in Europe. January 2003.  http://wido.de/fileadmin//wido/downloads/pdf_krankenhaus/wido_kra_who_1204.pdf 

Ausgewählte Definitionen gesundheitlicher Versorgungsqualität:

  • IOM (1990): Versorgungsqualität ist das Ausmaß, in dem Gesundheitsdienste die Wahrscheinlichkeit erwünschter Gesundheitsergebnisse für Individuen wie auch für Populationen erhöhen, im Rahmen des aktuellen fachlichen Wissensstandes.
  • Department of Health (UK) (1997): Versorgungsqualität bedeutet: das Richtige tun (was); für die richtigen Personen (für wen); zur richtigen Zeit (wann); und es auf Anhieb richtig machen.
  • WHO (2000): Versorgungsqualität ist der Grad der Verwirklichung der intrinsischen Ziele des Gesundheitssystems bezüglich gesundheitlicher Verbesserungen sowie Ansprechbarkeit gegenüber legitimen Erwartungen aus der Bevölkerung.

Legido-Quigley, H., McKee, M., Nolte, E., Glinos, I.A. (2008): Assuring the quality of health care in the European Union. A case for action. Observatory Studies Series No. 12. WHO Copenhagen, on behalf of the European Observatory on Health Systems and Policies, ISBN 978 92 890 7193 2. (p.2)
externer Link http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0009/74718/E82975.pdf

Literatur

Zur Messung und Darstellung von medizinischer Ergebnisqualität mit administrativen Routinedaten in Deutschland
Heller, Günther (2008), in: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz, 10/2008, 1173-1182

Geraedts M, Selbmann HK, Ollenschläger G.
Critical appraisal of clinical performance measures in Germany. Intern J Qual Health Care 2003; 15 (1): 79-85

WHO Regional Office for Europe.
Measuring hospital performance to improve the quality of care in Europe. January 2003
  http://wido.de/fileadmin//wido/downloads/pdf_krankenhaus/wido_kra_who_1204.pdf